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Die Verleihung des EXPOPHARM Medienpreises 2010 erfolgte am Vorabend der Eröffnung
des
Deutschen Apothekertages 2010 sowie der EXPOPHARM 2010 am 06. Oktober 2010 im Künstlerhaus München.

EXPOPHARM Medienpreis zum sechsten Mal verliehen

Die Preisträger v. l. n. r.: Tom Koch, Sabina Wolf, Dr. Ulrich Bahnsen, Christian Siedenbiedel
München (7. Oktober 2010) – Zum sechsten Mal wurde gestern der mit insgesamt
20.000 Euro dotierte EXPOPHARM Medienpreis verliehen.
Unter dem Motto „Die
Apotheke in der Gesellschaft“ will die EXPOPHARM mit diesem Wettbewerb die
sachlich fundierte – dabei auch durchaus kritische – mediale Berichterstattung über
die Apotheke und ihre Leistungen für das Gesundheitswesen fördern. Um den Preis,
der in vier Kategorien unterteilt ist, bewarben sich auch in diesem Jahr wieder
zahlreiche Journalistinnen und Journalisten, deren Arbeiten in deutschsprachigen
Laienmedien veröffentlich wurden.
In diesem Jahr schafften es 17 Wettbewerbseinreichungen
auf die „Shortlist“ der besten journalistischen Arbeiten. Die vier
Preisträger wurden im Rahmen eines Festaktes mit geladenen Gästen aus Politik,
Gesundheitswesen und Medien im Münchner Künstlerhaus ausgezeichnet.
Der Preisträger des diesjährigen EXPOPHARM Medienpreises in der
Kategorie „Apotheke und Politik“, Christian Siedenbiedel, beschrieb in seinem
Beitrag „Deutschlands teure Medikamente“ am 14. Mai 2010 in der Frankfurter
Allgemeinen Sonntagszeitung die Pläne zur Neugestaltung der Preisfindung für
patentgeschützte Arzneimittel. Ein Thema, das ebenso komplex wie kompliziert ist.
Obwohl Gesundheitsreformen direkte Auswirkungen auf die Bevölkerung haben,
erscheint die Gesundheitspolitik vielen Menschen als trocken und sperrig.
Wirtschaftsjournalisten stehen damit vor der Aufgabe, ihre Leser mitzunehmen und
ihnen die Zusammenhänge so zu erläutern, dass sie sie nachvollziehen können. Die
Leser der FAS werden für den kurzen und prägnanten Beitrag von Christian
Siedenbiedel dankbar gewesen sein. In seinem Artikel werden – veranschaulicht
durch Schaubilder – die Inhalte der politischen Auseinandersetzung laienverständlich
dargestellt. Der Preisträger zeigt damit, dass er die journalistische Kernkompetenz
perfekt beherrscht: Auch komplizierte Sachverhalte lassen sich so verdichten, dass
ihre wesentlichen Aspekte in den Vordergrund gestellt werden und der Leser sich
seine eigene Meinung bilden kann. Ein Lehrstück für wirtschafts- und sozialpolitischen
Journalismus.
Tom Koch, der Preisträger des diesjährigen EXPOPHARM Medienpreises in
der Kategorie „Apotheke und Ökonomie“, nahm den Generationswechsel in einer
Apotheke zum Anlass, um über aktuelle wirtschaftliche Sorgen von selbstständigen
Apothekern zu berichten. Am 4. Juli 2009 erschien in der Magdeburger Volksstimme
sein Artikel „Apotheker kennen Geldsorgen und Richtersprüche seit dem Mittelalter“,
in dem er den Alltag einer Apotheke beschrieb. Der Beitrag zeigt anschaulich auf,
welche direkten Konsequenzen die Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen auch auf
die öffentlichen Apotheken haben. Dabei bemühte der Autor nicht die sonst üblichen
allgemeinen Zahlen, Prognosen und Statistiken. Stattdessen beschrieb er die
konkreten Folgen der Politik an einer konkreten Apotheke. Er zeigte damit, dass
Apotheken nicht nur abstrakte Wirtschaftsfaktoren sind. Mit jeder öffentlichen
Apotheke sind Hoffnungen und Sorgen verbunden: nicht nur die der dort
Beschäftigten, sondern auch die der Kunden und Patienten. Eine überzeugende
journalistische Leistung, die sich deutlich aus der allgemeinen Darstellung der
Apotheken in den Medien abhebt.
Sabina Wolf, die diesjährige Preisträgerin in der Kategorie „Apotheke und
Verbraucher“, erstellte die Sendung „Medikamenten-Fälschung – Tödliche Gefahr
aus Fernost“, die am 24. November 2009 im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt
wurde. Gemeinsam mit ihrem achtköpfigen Team gelang es ihr, ein ebenso
anschauliches wie erschreckendes Bild von der Arbeitsweise der Medikamentenmafia
zu entwerfen. In der halbstündigen Reportage kamen neben Zollfahndern,
Apothekern, Verbrauchern und Mitarbeitern von Prüflaboren und Pharmafirmen auch
Zwischenhändler zu Wort, die vor der Kamera „auspackten“ und berichteten, wie das
Geschäft funktioniert. Dabei wurde deutlich, dass die Medikamentenfälscher
professionell, global und skrupellos arbeiten. Als der Versandhandel mit Arzneimitteln
2004 in Deutschland zugelassen wurde, hat die Apothekerschaft bereits eindringlich
vor der drohenden Gefährdung der Verbraucher gewarnt. Mittlerweile haben sich die
schwärzesten Prognosen bestätigt. Sabina Wolfs Reportage überzeugt sowohl durch
die gründliche Recherche zu einem brisanten Thema als auch durch eine anschauliche
Präsentation. Sie hilft, die Öffentlichkeit wachzurütteln, und ist damit gleichzeitig auch
aktiver Verbraucherschutz.
Der diesjährige Preisträger des EXPOPHARM Medienpreises in der Kategorie
„Pharmazie und Forschung“,
Dr. Ulrich Bahnsen, veröffentlichte am 28. Januar
2010 seinen Beitrag „Schlüssel zur Heilung“ in der ZEIT. Er beschrieb darin eine der
großen Hoffnungen in der Krebsforschung. Die genomgesteuerte Tumormedizin
könnte eine Revolution in der Onkologie auslösen. Der Ansatz: Man erforscht den
Feind von innen, um ihn dann anschließend gezielt bekämpfen zu können. Der Autor
schafft das Kunststück, dem Laien ein komplexes Forschungsgebiet der Pharmazie auf
nur wenigen Seiten facettenreich darzustellen und dabei auf Pauschalurteile oder
wissenschaftlich nicht fundierte Erfolgsversprechen zu verzichten. Dabei gibt er auch
einen differenzierten Überblick über die Kostenseite. Allein die Diagnostik eines
einzelnen Hautkrebspatienten „verschlang“ 100.000 Euro. Langfristig könnten sich
diese Ausgaben aber rechnen. Denn der rationale Einsatz von effizienten
Krebsmedikamenten würde nicht nur viel Leid, sondern auch Therapiekosten
reduzieren. Der Beitrag erfüllt mit dieser objektiven Darstellung der Zusammenhänge
zwischen Forschung und Ökonomie auch die höchsten Ansprüche an den
Wissenschaftsjournalismus.
Der EXPOPHARM Medienpreis 2010 wurde von der ARZ Haan AG, der Deutschen
Krankenversicherung (DKV), dem GOVI-Verlag, der NOWEDA und der Messe
München unterstützt.
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